Wer nach "Budapest am Abend" sucht, will meist wissen, wohin es sich lohnt, wenn die Tageshitze vorbei ist und die Stadt sich in Licht taucht. Die Antwort liegt an der Donau und auf dem Burgberg, wo mehrere Stationen einer Wanderung durch Buda und Pest gerade abends ihre eigene Wirkung entfalten.
Den Auftakt macht die Széchenyi-Kettenbrücke, die abends beleuchtet über die Donau spannt. Die berühmten steinernen Löwen an beiden Brückenköpfen sind dann besonders gut im warmen Licht zu erkennen, und die Reflexion der Brücke im Wasser gehört zu den bekanntesten Ansichten der Stadt überhaupt.

Auf der Buda-Seite lohnt sich der Aufstieg zur Fischerbastei. Die sieben Türme, die die sieben ungarischen Stämme symbolisieren, zeichnen sich in der Dämmerung gegen den Himmel ab, und von den Terrassen hat man einen freien Blick über die Donau nach Pest — genau der Moment, in dem sich auf der anderen Seite die Lichter der Stadt einschalten.
Auf der Pest-Seite, am Donauufer gegenüber, liegt das Ungarische Parlamentsgebäude. Es ist eines der größten und bekanntesten Parlamentsgebäude der Welt, im neugotischen Stil errichtet, und abends beleuchtet eines der Motive, für die Budapest international bekannt ist. Ein Spaziergang am Ufer entlang reicht schon, um das Gebäude in voller Länge zu sehen.

Wer von dort weiter Richtung Szabadság tér (Freiheitsplatz) geht, kommt am Sowjetischen Kriegsdenkmal vorbei — einem verborgenen Pareltje der Wanderung, das tagsüber oft übersehen wird. Der Granitobelisk steht ruhig zwischen den umliegenden Gebäuden, und genau diese Ruhe macht ihn abends, wenn der Platz leerer wird, zu einem Ort, an dem man kurz stehen bleibt, statt nur vorbeizulaufen.
Der Vorteil einer selbstgeführten Wanderung zeigt sich gerade abends: man ist an keine Gruppe und keine feste Uhrzeit gebunden, sondern folgt der Route genau dann, wenn das Licht am schönsten ist — von der Kettenbrücke über die Fischerbastei und das Parlamentsgebäude bis zum stillen Freiheitsplatz.

