An der dalmatinischen Küste liegt Hvar, eine Stadt, in der maritime Geschichte und schroffe Felslandschaften seit Jahrhunderten nahtlos ineinander übergehen. Vom Wasser aus fallen sofort die terrakottafarbenen Dächer ins Auge, die sich terrassenförmig an die Kalksteinhänge schmiegen. Wer nach den schönsten Sehenswürdigkeiten von Hvar sucht, stellt schnell fest, dass die Vergangenheit hier nicht hinter Absperrungen verborgen liegt, sondern lebendiger Teil des Alltags ist. Für die Republik Venedig war Hvar ein entscheidender Stützpunkt entlang der adriatischen Handelsrouten – geschützt durch vorgelagerte Inseln und mächtige Festungsanlagen.
Bastionen und Bergpfade über der Bucht
Die Hügel rund um den Hafen bestimmten jahrhundertelang die Verteidigung der Stadt. Beim Aufstieg steigt einem alsbald der Duft von Rosmarin und Kiefernnadeln in die Nase, der von den Felshängen herüberweht. Von einem Vorsprung oberhalb der Dächer lässt sich gut erkennen, wie sich die Häuser geschützt zwischen den Hang und das Wasser schmiegen. In der Ferne breiten sich die grünen Pakleni-Inseln im azurblauen Meer aus, wo sie vorbeifahrenden Schiffen als natürlicher Wellenbrecher dienen.
Auf dem Felskamm thronen die Bastionen der Festung Španjola über der Landschaft. Venezianische Baumeister bauten hier eine ältere Wehranlage maßgeblich aus, um die Stadt und ihre Schifffahrtswege dauerhaft zu sichern. Die Festung bewährte sich unter anderem im Jahr 1571: Während eines Angriffs der osmanischen Flotte bot sie nahezu der gesamten Stadtbevölkerung sichere Zuflucht. Von den Zinnen blickt man heute auf dieselben strategischen Seewege, die einst von Kriegsgaleeren befahren wurden.
Wer noch höher hinaus will, folgt einem schroffen Pfad über den Bergrücken, auf dem wilder Thymian und Salbei ihr würziges Aroma verströmen. 1811 ließen die französischen Truppen Napoleons auf dem höchsten Punkt ein steinernes Fort errichten, um die Bucht aus einer noch dominanteren Position zu überwachen. Heute führt dieser felsige Weg zu einem Observatorium mit weitem Blick über das offene Meer.
Marmor und Galeeren rund um den Stadtplatz
Unten am Fuße der Hügel konzentriert sich das öffentliche Leben rund um den Stephansplatz, von den Einheimischen schlicht Pjaca genannt. Mit seinen glänzend polierten Marmorplatten zählt er zu den größten Plätzen ganz Dalmatiens. Dieser offene Raum wurde von Menschenhand geschaffen: Bis ins 15. Jahrhundert hinein war er eine tiefe Meeresbucht, die später zugeschüttet wurde, um einen öffentlichen Treffpunkt zu schaffen. Der steinerne Brunnen in der Mitte erinnert an jene Zeit, als die Wasserstelle das Herz der Nachbarschaft bildete.
Am Platz erhebt sich auch die Kathedrale des Heiligen Stephanus. Schlägt die Glocke im vierstöckigen Glockenturm, hallt der Klang weit über das Pflaster des Platzes wider. Das Gotteshaus verbindet eine harmonische Renaissancefassade mit einem prachtvollen barocken Innenraum. Im Inneren schmücken Gemälde venezianischer Meister die Altäre, die kostbare liturgische Kunstschätze und Reliquien bergen.
Zur Hafenseite hin geht der Platz nahtlos in den Kai über. Das sanfte Plätschern des Meerwassers und das Klappern der Wanten gegen die Masten bestimmen hier den Rhythmus des Tages. Fischerboote und Segelyachten legen an der breiten Uferpromenade an, direkt neben dem monumentalen Arsenal. In diesem wuchtigen Steinbauwerk warteten die Venezianer über Jahrhunderte hinweg ihre Galeeren für Kontrollfahrten auf der Adria.
Sommersitze und klösterliche Stille
Abseits des trubeligen Kais offenbart Hvar seine besinnliche Seite. In einem ummauerten Innenhof voller Feigenbäume und blühender Sträucher liegt der Sommersitz des Adligen und Dichters Hanibal Lucić aus dem 16. Jahrhundert. Das Anwesen verbindet gotische Spitzbogenfenster mit den harmonischen Proportionen der Renaissance und beherbergt heute das Stadtmuseum, das die Geschichte des Insellebens bewahrt.
Weiter entlang der Uferpromenade plätschert das Meer sanft gegen den Steinkai unter den dicken Mauern des Franziskanerklosters. Im Kreuzgang herrscht erhabene Ruhe; im Innenhof steht eine uralte Zypresse, und das ehemalige Refektorium beherbergt ein monumentales Gemälde des Letzten Abendmahls. Der Blick über die Bucht und die Abwesenheit städtischen Trubels machen diesen Ort zu einem vollendeten Schlusspunkt einer Reise durch Hvars Geschichte.
Diese Auswahl an Orten zeigt nur einen kleinen Ausschnitt dessen, was die Insel zu bieten hat. Mit dem vollständigen Stadtrundgang in der CityWalkGems-App entdecken Sie unterwegs viele weitere verborgene Gassen, historische Details und Rätsel, die Hvars maritime Vergangenheit lebendig werden lassen.
- 8 Stationen
- Viewpoint Hvar Startpunkt
- ~4,6 km Streckenlänge
- ~942 m längster Abschnitt
- ca. 1,5–2 Std. Dauer
- Kostenlos

