Soest bei Regen heißt nicht: Schirm auf und möglichst schnell wieder ins Hotel. Die Altstadt hat genug Innenräume und geschützte Ecken, um einen Spaziergang auch bei Nieselwetter angenehm zu halten – man muss sie nur in der richtigen Reihenfolge ansteuern.
Der naheliegendste Unterschlupf ist das Museum Burghof. Das Hauptgebäude ist typisch für Soest aus Grünsandstein gebaut, und drinnen warten Vitrinen voller Funde aus der Stadtgeschichte, von mittelalterlichen Siegeln bis zu alten Stadtplänen. Hier lässt sich der Regen draußen locker eine halbe Stunde aussitzen, ohne dass die Zeit verschenkt wirkt.
Fast noch wetterfester ist die Cathedral of St Patroclus. Massive Mauern und runde Bögen prägen den Platz davor, und innen ist es kühl und still – Licht fällt nur durch kleine Fenster. Romanische Kirchen wie diese sind genau für solches Wetter gebaut: dick genug, um Wind und Regen draußen zu halten, und groß genug, um darin herumzugehen, statt nur kurz unterzustehen.
Auf dem Weg dorthin liegt das Osthofen Gate Museum, untergebracht im alten Osthofentor selbst. Wer ohnehin durch das Tor läuft, kann gleich hineingehen – ein zweiter überdachter Stopp, ohne Umweg.
Zwischen den Museen lohnt sich ein kurzer Blick auf das Haus zur Rose, ein verborgenes Pareltje der Route: ein reich verziertes Fachwerkhaus, das man leicht übersieht, wenn man nur von Museum zu Museum eilt. Die vorspringenden Obergeschosse klassischer Fachwerkhäuser wie dieses werfen zudem ein Stück Dach über den Gehweg – kein Ersatz für ein Museum, aber genug, um kurz durchzuatmen, bevor es weitergeht.

Wer die Route so plant, dass Museum Burghof, Osthofen Gate Museum und die Kathedrale die festen Punkte bilden und Haus zur Rose dazwischen als kurzer Außenstopp passiert wird, kommt bei Regen trotzdem trocken und ohne Hektik durch die Altstadt.

So wird aus einem verregneten Nachmittag in Soest kein verlorener Tag, sondern einfach eine andere Reihenfolge durch dieselbe Altstadt.

