Stralsund lässt sich an einem Wochenende wirklich sehen — und zwar zu Fuß. Die Altstadt liegt auf einer Insel zwischen Strelasund und den drei Teichen, ist kompakt und gehört zum UNESCO-Welterbe. Wer freitagabends ankommt, hat zwei volle Tage, ohne einmal in Bus oder Auto steigen zu müssen. So lässt sich das aufteilen.
Samstag: die Altstadt im Kreis
Starten Sie am Alter Markt Stralsund. Hier stehen das Rathaus mit seiner durchbrochenen Schauwand und die Nikolaikirche direkt nebeneinander — norddeutsche Backsteingotik, wie sie im Buch steht. Der Platz ist der Ausgangspunkt für alles andere, weil von hier aus jede Richtung in wenigen Minuten ans Wasser oder an die alte Stadtmauer führt.

Wer die Gassen hinter dem Markt nimmt, stößt auf den Mägdebrunnen, einen Brunnen, an dem die meisten Wochenendgäste vorbeilaufen, ohne ihn zu bemerken. Eine Station, die sich lohnt, gerade weil sie niemand auf dem Zettel hat.

Weiter geht es zum Kütertor, einem der erhaltenen Stadttore der mittelalterlichen Befestigung. Zusammen mit dem Kniepertor markiert es, wie weit die Altstadt früher reichte — und beide liegen so, dass man den Bogen um die Teiche fast automatisch mitgeht. Gutes Mittagsziel: die Hafenseite.
Samstagnachmittag: Hafen und Wasser
Am Hafen liegt die Gorch Fock I, das Segelschulschiff, das man von der Promenade aus schon von Weitem an den Masten erkennt. Direkt daneben steht das OZEANEUM Stralsund — das große Meeresmuseum an der Hafeninsel, und die einzige Station, für die man einen halben Nachmittag einplanen sollte. Wer lieber draußen bleibt, läuft stattdessen die Stralsund Promenade ab; von dort sieht man über den Strelasund hinüber nach Rügen.
Wie man die zwei Tage am besten legt
Ein Tipp zur Reihenfolge: Die Altstadtrunde funktioniert an beiden Tagen, der Hafen nicht unbedingt — dort ist es bei Wind spürbar ungemütlicher als zwischen den Backsteinfassaden. Wer die Wettervorhersage vor sich hat, legt Gorch Fock I und Promenade auf den freundlicheren der beiden Tage und schiebt Markt, Tore und die kleinen Museen auf den anderen. Die Wege sind kurz genug, dass sich das ohne Verlust umdrehen lässt.
Sonntag: das kleinere Format
Der Sonntag ist für das gedacht, was samstags zu kurz kommt. Das Museumshaus zeigt ein altes Stralsunder Bürgerhaus von innen, die Miniaturausstellung Stralsund die Stadt im Kleinen — beides kurze Besuche, beides bei schlechtem Wetter brauchbar. Danach bleibt Zeit für eine letzte Runde über den Markt, bevor es nach Hause geht.
Wenn Sie das Wochenende ohne Führung und ohne feste Uhrzeit gestalten wollen: Der selbstgeführte Stadtrundgang durch Stralsund verbindet genau diese Stationen zu einer Route, die Sie jederzeit unterbrechen und später fortsetzen können — praktisch, wenn zwischendurch eine Kaffeepause dazwischenkommt.

