Basel liegt genau dort, wo sich die Schweiz, Frankreich und Deutschland begegnen, besitzt jedoch einen ganz eigenen Rhythmus, den der Rhein vorgibt. Während Frachtschiffe über das strömende Wasser gleiten, gelangt man binnen weniger Minuten von jahrhundertealten Klosterwinkeln zu international renommierten Kulturinstitutionen. Bei einem Stadtrundgang durch Basel merkt man schnell, dass die Vergangenheit hier keineswegs hinter Glas weggesperrt ist, sondern das Stadtbild auf Schritt und Tritt lebendig prägt.
Rund um den Münsterplatz und die alte Universität
Das historische Herz von Grossbasel thront hoch über dem Fluss rund um das Basler Münster. Der rote Sandstein der Kirche hebt sich markant vom Pflaster des Platzes ab. Die beiden schlanken Türme, Georg und Martin, haben über die Jahrhunderte vieles überstanden; selbst das verheerende Erdbeben von 1356 konnte ihnen nichts anhaben. Hinter dem Chor liegt die Pfalz, eine Terrasse, die ein weites Panorama über den Fluss und das gegenüberliegende Ufer eröffnet.
Gleich hinter dem Platz dämpft das Kopfsteinpflaster der Augustinergasse die Schritte auf dem Weg zur neoklassizistischen Fassade des Naturhistorischen Museums Basel. Die 1849 gegründete Institution wollte Wissenschaft und Öffentlichkeit miteinander verbinden; heute beherbergt sie Millionen von Fossilien, Mineralien und Tierpräparaten aus aller Welt.
Etwas weiter, verborgen hinter einem schweren Tor am Rheinsprung, liegt der Garten der alten Universität. An diesem Ort studierten einst Juristen und Botaniker an der ältesten Universität der Schweiz, gegründet im Jahr 1460. Sobald man zwischen den Bäumen auf die vorbeiziehenden Schiffe blickt, fällt der städtische Trubel vollends ab. Diese Lebendigkeit kehrt sofort zurück, wenn man zum Basler Stadtmarkt auf dem zentralen Marktplatz hinabsteigt. Vor dem leuchtend roten Rathaus bieten Landwirte aus dem Elsass, dem Schwarzwald und dem Baselbiet schon seit dem Mittelalter ihre Waren an – inmitten von Ständen voller duftender Kräuter und frischem Brot.
Spiele Basel direkt im Browser →
Von der Gotik zum mechanischen Theater
Weiter im Landesinneren beherrscht die Barfüsserkirche den gleichnamigen Platz, auf dem Trams im Minutentakt verkehren und Terrassencafés das Bild bestimmen. Die hohen gotischen Fenster zeugen von jenen Zeiten, als Bettelmönche barfuß durch die Gassen zogen. Heute dient das Gotteshaus als Historisches Museum, dessen Schiff kostbare Bildteppiche und den berühmten Basler Münsterschatz birgt.
Einen modernen Kontrast findet man nur wenige Schritte entfernt am Tinguely-Brunnen. Der Künstler Jean Tinguely schuf seine mechanischen Wasserskulpturen 1977 genau dort, wo einst die Bühne des alten Stadttheaters stand. Zehn verspielte Figuren aus schwarzem Eisen bewegen sich unaufhörlich mit Zahnrädern und Hebeln, während sie Wasserfontänen durch das Becken spritzen – ganz so, als führten sie ihr eigenes Theaterstück auf.
Wer in die Bildende Kunst eintauchen möchte, begibt sich an den St. Alban-Graben zum Kunstmuseum Basel. Der Bau aus wuchtigen Kalksteinquadern und strengen Bögen beherbergt die älteste öffentliche Kunstsammlung der Welt, deren Grundstein 1661 mit dem Ankauf des Amerbach-Kabinetts durch die Stadt gelegt wurde. Die Sammlung reicht von Hans Holbein bis zur Gegenwartskunst. Ein reizvolles Gegenstück befindet sich an der ruhigen St. Alban-Vorstadt: Hinter einer spätgotischen Fassade schufen die Architekten Herzog & de Meuron einen modernen Innenhof für das Cartoonmuseum, das gesellschaftskritischer Zeichenkunst, Graphic Novels und gezeichnetem Humor internationaler Künstler gewidmet ist.
An den Flussufern entlang zum Stadttor
Um den wahren Charakter Basels zu erfassen, muss man den Rhein überqueren. Vom breiten Steg der Wettsteinbrücke zwischen Grossbasel und Kleinbasel eröffnet sich die bekannteste Ansicht der Stadt mit dem Münster hoch über dem Felssporn. Grüne Trams rollen über die Brücke, während der Wind ungehindert über das Wasser weht.
Auf der Kleinbasler Seite, am Unteren Rheinweg, trifft sich die Stadtbevölkerung auf den breiten Steintreppen. Die Beine über dem Wasser baumelnd, blickt man hinüber zu den Patrizierhäusern und dem Münster am anderen Ufer. Steigen die Temperaturen, lassen sich die Schwimmer mit ihren wasserdichten «Wickelfisch»-Säcken einfach von der Strömung flussabwärts treiben.
Der Weg zurück ins Zentrum führt wie selbstverständlich über die Mittlere Brücke. Schon um 1225 trugen hier hölzerne Pfeiler den Handelsverkehr über den Strom; die heutigen Granitbögen stammen aus dem Jahr 1905, samt dem kleinen Kapellchen in der Mitte, das an den mittelalterlichen Ursprung erinnert. Am westlichen Rand der Altstadt rundet das Spalentor den Rundgang ab. Dieses Tor aus dem 14. Jahrhundert mit seinen zwei runden Flankentürmen, dem wuchtigen Hauptturm und den Spuren des mächtigen Fallgatters hielt einst ungebetene Gäste fern und markiert bis heute die Grenze der alten Befestigung.
Diese Auswahl vermittelt nur einen ersten Eindruck der vielen Facetten Basels. Wer dem Rundgang mit der App CityWalkGems folgt, entdeckt unterwegs noch viele weitere historische Details, versteckte Winkel und Hintergrundgeschichten, die bei einem flüchtigen Besuch verborgen bleiben. Nehmen Sie sich Zeit, schnüren Sie bequeme Schuhe und lassen Sie sich von diesem faszinierenden Erbe am Rhein verzaubern.
- 12 Stationen
- Basel Cathedral Startpunkt
- ~3,7 km Streckenlänge
- ~801 m längster Abschnitt
- ca. 1,5–2 Std. Dauer
- Kostenlos

