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Altstadt Stade, Stade
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Stade: Maritimes Erbe und schwedische Festungswälle an der Schwinge

Foto: Wolfgang Pehlemann · CC BY-SA 3.0 de

Am Gezeitenfluss Schwinge, unweit der Elbe, liegt die historische Handelsstadt Stade. Während viele Reisende in Norddeutschland direkt die großen Hafenstädte ansteuern, besticht diese ehemalige Hansestadt durch einen bemerkenswert intakt gebliebenen Stadtgrundriss. Bei einem Stadtrundgang durch Stade flaniert man am Wasser entlang, überquert Erdwälle aus dem siebzehnten Jahrhundert und passiert kunstvolle Steinfassaden, die von einer bewegten Geschichte zeugen.

Stade
Foto: EureQA · CC BY-SA 4.0

Handel und Wandel rund um den Alten Hafen

Im Herzen des historischen Kerns liegt das Hafenbecken der Altstadt. Über Jahrhunderte machten hier schwer beladene Hansekoggen fest, die Hering, Salz und Leinen aus allen Teilen Europas herantransportierten. Heute spiegeln sich farbenfrohe Patrizierhäuser und hölzerne Kaianlagen im ruhigen Wasser des Beckens. Ein markantes Zeugnis der Vergangenheit am Kai ist der hölzerne Tretkran, mit dem Schiffsladungen einst durch schiere Muskelkraft an Land gehievt wurden.

Der Hafen erinnert auch an das bodenständige Gewerbe, das die Stadt über Generationen hinweg antrieb. In der Kalkmühlenstraße verweist der Name auf jene Mühle, die hier direkt am Hafenwasser Kalkstein mahlte, um städtischen Mörtel herzustellen. Heute markiert diese Ecke den Übergang von den alten Festungswällen zur modernen Stadt, wo Feinkostläden wie der Byblos Markt die Straße mit dem Duft von frisch gebackenem Fladenbrot und eingelegten Oliven erfüllen.

Unweit des Wassers befindet sich zudem ein architektonisches Wahrzeichen: das Traufenhaus. Während traditionelle mittelalterliche Bauten der Straße meist ihren Ziergiebel zuwandten, verläuft bei diesem Gebäudetyp die lange Dachtraufe parallel zum Straßenverlauf. Diese Bauweise wurde nach verheerenden Stadtbränden vom Rat verordnet. Die Kombination aus traufständiger Bauweise und steinernen Brandmauern sollte Feuersbrünste eindämmen und markierte den Übergang von spätmittelalterlicher Architektur zum frühneuzeitlichen Städtebau.

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Von schwedischen Bollwerken zu städtischen Parkanlagen

Neben dem Handel prägte vor allem das Verteidigungswesen die Entwicklung Stades. Während der schwedischen Herrschaft im siebzehnten Jahrhundert wurde der Ort zu einer wehrhaften Festung ausgebaut. Die Güldenstern-Bastion ist eines der eindrucksvollsten Zeugnisse dieser militärischen Epoche. Dieser vorgeschobene Erdwall erhob sich einst steil über dem Festungsgraben, um anrückende Truppen abzuwehren. Heute dient die Bastion als idyllischer Spazierweg über die begrünten Wälle – mit weitem Blick über die sanft fließende Schwinge und die Dächer der Altstadt.

Ein Stück weiter entlang des Festungsgürtels erstreckt sich der Stader Bürgerpark auf dem einstigen Adolf-Ravelin. Wo einst Musketiere auf einer strategischen dreieckigen Verteidigungsinsel im Wasser Wache hielten, spazieren heute Besucher zwischen hundertjährigen Buchen und Teichen zum Gesang der Amseln.

Die wasserreiche Landschaft rund um die Gräben beherbergt auch das Freilichtmuseum Stade, das auf einer grünen Insel in der Schwinge liegt. Seit 1914 veranschaulicht dieses Museum, wie Handwerker und Bauern über Jahrhunderte im Elbe-Weser-Dreieck lebten und arbeiteten. Zwischen Weidenbäumen stehen originalgetreue, reetgedeckte Fachwerkhöfe, überragt von einer historischen Bockwindmühle als markantem Blickfang.

Kopfsteinpflaster und Glockenklänge im Stadtkern

Landweinwärts offenbart sich die lebendige Markttradition der Hansestadt. Am westlichen Zugang zur Altstadt breitet sich der Pferdemarkt aus. Über Jahrhunderte versammelten sich Händler und Fuhrleute auf diesem gepflasterten Platz, um Pferde und Vieh zu handeln. Heute ist der weitläufige Platz ein beliebter Treffpunkt mit Außengastronomie und Wochenmärkten unter schattenspendenden Baumkronen.

Vom Pferdemarkt führt die belebte Hökerstraße geradewegs zum historischen Rathaus. Zu festen Zeiten erfüllt das melodische Geläut des Glockenspiels die Luft über den alten Giebeln und gut besuchten Straßencafés. Der perfekte Ort, um bei einem regionalen Getränk den geschäftigen Kaufmannsgeist auf sich wirken zu lassen, der Stade bis heute prägt.

Dieser Artikel stellt nur eine kleine Auswahl der Sehenswürdigkeiten vor, die den Charakter Stades ausmachen. Die vollständige Route führt zu vielen weiteren malerischen Winkeln, verborgenen Hausmarken und historischen Geheimnissen. Öffnen Sie die CityWalkGems-App, um Stade bei einem individuellen Rundgang ganz auf eigene Faust zu entdecken.

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