Delft lässt sich nicht hetzen. Schon an der ersten Gracht fällt es auf: Hinter diesen Fassaden steckt noch das Goldene Zeitalter. Hier begann das niederländische Königshaus. Hier stand das Atelier eines der berühmtesten Maler, die die Niederlande je hervorgebracht haben. Nichts davon steht hinter Glas in einem Museum. Es liegt einfach auf der Straße, zwischen Fahrrädern und Terrassen.

Die Wiege des Hauses Oranien und alte Mauern
Die Molen de Roos ist die letzte von achtzehn Windmühlen, die einst auf den Stadtmauern von Delft standen. Sie mahlt noch immer Getreide mit Windkraft: drinnen knarrt das Holz, und es riecht nach frischem Mehl.
Ein paar Schritte weiter liegt der Prinsenhof, ein ehemaliges Kloster, das zum Hof von Wilhelm von Oranien wurde. Hier wurde er 1584 von Balthasar Gerards erschossen. Die Einschusslöcher sind bis heute in der Wand am Treppenaufgang zu sehen. Ganz in der Nähe steht die Oude Kerk, liebevoll „Scheve Jan" (Schiefer Jan) genannt. Als man im 13. Jahrhundert diesen gotischen Turm baute, sackte das Fundament eines zugeschütteten Kanals fast sofort ab. Heute neigt sich der Turm fast 2 Meter aus dem Lot. Im Inneren finden sich die letzten Ruhestätten des Malers Johannes Vermeer und des Seehelden Piet Hein.
Die Nieuwe Kerk begann 1351 als kleine Holzkirche. Heute ist sie die Ruhestätte von Wilhelm von Oranien, dem Vater des Vaterlandes. Mit 108 Metern ist ihr Turm der zweithöchste der Niederlande: Wer die 376 Stufen hinaufsteigt, sieht an einem klaren Tag bis nach Rotterdam und Den Haag.
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Auf den Spuren von Vermeer und Delfter Blau
Das Vermeer Centrum steht an der historischen Stätte der Lukasgilde, wo Maler wie Vermeer einst als Meister eingeschrieben wurden. Die Originalgemälde hängen anderswo, aber hier wird erklärt, wie Vermeer seine Licht- und Perspektiveffekte erzeugte.
Der Koornmarkt wird oft als die schönste Gracht Delfts bezeichnet. Im Goldenen Zeitalter war er ein wirtschaftliches Zentrum mit Patrizierhäusern und Bierbrauereien, die das Grachtenwasser nutzten. Viele Fassaden sind reich verziert, einige sind im Lauf der Zeit sichtbar abgesackt.
Royal Delft, auch bekannt als De Porceleyne Fles, besteht seit 1653 und ist die letzte noch erhaltene originale Delfter Fayencefabrik aus dem 17. Jahrhundert. Die Malermeister bemalen das Steingut bis heute vollständig von Hand.
Von belebten Plätzen zu stillen Höfen
Der Markt ist einer der größten historischen Plätze Europas, zwischen dem Rathaus und der Nieuwe Kerk. Am Rand des Platzes wurde der Maler Johannes Vermeer geboren.
Nicht weit davon liegt der Beestenmarkt. 24 Platanen spenden heute Schatten auf den Terrassen, aber bis 1972 fand hier noch der wöchentliche Viehmarkt statt.
Direkt hinter den belebten Einkaufsstraßen liegt der Bagijnhof, ein mittelalterlicher Hof. Hier lebten jahrhundertelang Beginen, Frauen, die ein religiöses Leben führten, ohne Klostergelübde abzulegen. Die Schuilkerk (versteckte Kirche) liegt hinter einer gewöhnlichen Fassade verborgen. Nicht weit davon liegen die Stille Putten (stille Brunnen): Sie erinnern an eine Zeit, in der sauberes Wasser für die Bewohner und die vielen Bierbrauer der Stadt kostbar war.
Der Spaziergang endet an der Oostpoort, dem letzten erhaltenen Stadttor von Delft, das um 1400 erbaut wurde. Mit seinen spitzen Türmchen und der Zugbrücke spiegelt es sich im ruhigen Wasser des Kanals.
Dies ist nur eine Auswahl von dem, was Delft zu bieten hat. Der vollständige Spaziergang in der CityWalkGems App zeigt noch viel mehr: weitere Stationen, Geschichten und Details, die man sonst verpasst.
- 13 Stationen
- Molen de Roos Startpunkt
- ~4,7 km Streckenlänge
- ~942 m längster Abschnitt
- ca. 2–2,5 Std. Dauer
- Kostenpflichtig

