Auch bekannt als: Leyde, Leida

Leiden wirkt älter als die anderen holländischen Städte, und das liegt nicht nur an den Fassaden. Rembrandt wurde hier geboren, die älteste Universität des Landes steht hier, und die Pilgerväter bereiteten hier ihre Überfahrt nach Amerika vor. Diese drei Spuren ziehen sich durch die ganze Stadt, bis in die kleinsten Gassen.
Die Wiege des Wissens und der Kunst
Rembrandt van Rijn wurde 1606 in einem kleinen Haus an der Weddesteeg geboren, an der Stelle, die heute Rembrandtplaats heißt. Das Geburtshaus wurde Anfang des 20. Jahrhunderts abgerissen, aber eine Bronzestatue des jungen Malers blickt dort noch immer auf eine leere Leinwand.
Ein paar hundert Meter weiter steht die Pieterskerk, seit über neunhundert Jahren eine der wichtigsten Kirchen Leidens. Im 17. Jahrhundert versammelten sich hier die Pilgerväter, die englischen Flüchtlinge, die später mit der Mayflower nach Amerika segelten. Ihr Anführer, John Robinson, liegt hier begraben: ein Stück amerikanischer Geschichte mitten in Holland.
Die Universität Leiden, die älteste der Niederlande, liegt mitten in der Stadt. Das Akademiegebäude stammt aus dem Jahr 1516. Darin liegt das berüchtigte „Zweetkamertje" (Schwitzzimmer), wo Generationen von Studenten mit zitternden Händen auf ihr Prüfungsergebnis warteten. Wer bestand, durfte den eigenen Namen auf die jahrhundertealten Mauern schreiben, eine Tradition, an der sogar der König teilgenommen hat. Ganz in der Nähe liegt der Hortus Botanicus, der älteste botanische Garten der Niederlande: Seit 1590 kommen hier Pflanzen und Wissen aus der ganzen Welt zusammen. Carolus Clusius legte hier den Grundstein für die niederländische Tulpengeschichte.
Hinter dem Hortus, am Rand des Singels, steht die Alte Sternwarte (Oude Sterrewacht), die älteste noch bestehende Universitätssternwarte der Welt. Im Inneren prägen vor allem die stillen Treppen und die runden Kuppeln die Atmosphäre, und das Wissen, dass hier seit Generationen Forscher ins Universum geblickt haben.
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Ikonen entlang der Grachten und Gassen
Die Mühle De Valk ist eine Turmmühle aus dem Jahr 1743, die letzte von neunzehn Mühlen, die einst auf den Leidener Stadtmauern standen. Im Inneren lässt sich noch nachvollziehen, wie ein Müller hier lebte, und vom Umgang aus blickt man über die Grachten und Dächer der Stadt.
Die Morspoort war der westliche Eingang des mittelalterlichen Leiden. Der Name stammt von „De Morsch", dem sumpfigen Feuchtgebiet, das früher direkt vor der Stadt lag. Die Kuppel des Tores diente jahrelang als Gefängnis. Von der Brücke über das Wasser sieht man das Tor am besten.
Tiefer in der Stadt liegt „Het Gerecht" (das Gericht), ein von Bäumen umgebener Platz. Bis ins 18. Jahrhundert wurden hier Leidener vor Gericht gestellt und bestraft. Heute steht in der Mitte eine historische Wasserpumpe, und das Kopfsteinpflaster liegt noch so wie vor Jahrhunderten.
Mitten in der Stadt taucht plötzlich die Burcht von Leiden auf, ein künstlicher Hügel mit einer Ringmauer. Die Burcht stammt aus dem 11. Jahrhundert und diente den Leidenern als Zufluchtsort, als das umliegende Gebiet noch von Überschwemmungen und Feinden heimgesucht wurde. Der Eingang ist mit heraldischen Wappen verziert, und vom Wehrgang oben blickt man über die Dächer von Leiden.
Der Spaziergang endet an der Hooglandse Kerk. Diese Kirche dominiert die umliegenden Gassen mit ihren enormen gotischen Mauern. Kleine Häuschen sind buchstäblich an die Kirche gebaut: Einige wurden früher vermietet, um die Instandhaltung des Gebäudes zu finanzieren. Dieser Kontrast zwischen der riesigen Kirche und den kleinen Fassaden bleibt auffällig, auch auf dem Rückweg.
- 10 Stationen
- Start frei wählbar
- ~3,2 km Streckenlänge
- ~646 m längster Abschnitt
- ca. 1–2 Std. Dauer
- Kostenpflichtig

